copyright & layout
Nach langer Verletzungspause: Boxer Lennertz zurück im Ring „In den Fäusten gejuckt“ „Ich wollte mit einem Sieg aufhören. Das war schon sehr frustrierend für mich“, sagt Lennertz, der dem Rat der Ärzte folgte und seine Karriere vorzeitig beendete. „Aber es hat seitdem immer in den Fäusten gejuckt. Ich wollte unbedingt wieder in den Ring steigen“, verdeutlicht der dreimalige Deutsche Meister (U 21) sowie mehrfache Champion auf Mittelrheinebene. Im März vergangenen Jahres ließ sich Lennertz dann die Nase richten, und auch sonst spürte der junge Familienvater (zwei Töchter) keine körperlichen Einschränkungen mehr. Eine weitere Untersuchung beim Spezialisten nährte dann die Hoffnung. „Auf den Bildern war von dem Gerinnsel kaum noch etwas zu sehen. Der Arzt hatte keine Einwände mehr gegen mein Comeback“, betont Lennertz mit einem Lächeln auf den Lippen. Da auch seine Frau Laura grünes Licht gab, nutzte Lennertz seine Kontakte und schloss sich dem Verein BC Helios Aachen an. Dort wird er seit Anfang des Jahres vom erfahrenen Coach Hermann Kehren betreut, der einst den Aachener Profiboxer Adnan Serin trainierte. „Ich bin gespannt, was mein Körper noch hergibt. Die Frage ist jetzt: Schaffe ich es noch einmal, den alten Kadaver hochzubekommen?“, verdeutlicht der 28-Jährige, der sich aktuell dreimal pro Woche in der Turnhalle an der Sandkaulstraße in Aachen in Form bringt. Vor allem im konditionellen Bereich werden dabei Grundlagen gelegt, aber auch dosiertes Sparring steht auf dem Programm. „Nach so einer langen Pause war das anfangs schon ein komisches Gefühl, aber mittlerweile sind die Reflexe wieder da“, freut sich der 1,78 Meter große Konterboxer über seine kleinen Fortschritte. Dass sein neuer Coach ihn schnellstmöglich in Wettkampfform bringen möchte, freut Lennertz, jedoch bremst er umgehend aufkeimende Erwartungen: „Ich will das Jahr gesund rumkriegen. Erst wenn mein Vater und natürlich auch mein Trainer meinen, dass ich wirklich soweit bin, werde ich mich wieder im Ring messen.“ Sein Gewicht hat er zuletzt von 117 auf 103 Kilogramm reduziert. Mindestens weitere 13 Kilo will das ehemalige Aachener Ausnahmetalent noch verlieren, um sich nicht im Super- sondern Schwergewicht messen zu können. Keine „einfachen Gegner“ Für seinen ersten Kampf, den er für das kommende Jahr anpeilt, wünscht sich Lennertz grundsätzlich lieber einen „einfachen Gegner“, jedoch ist der Rechtsausleger auch Realist. Gegen einen Boxer mit seiner Bilanz und seinen Erfolgen will nicht jeder antreten, und so wird sein erstes Duell wohl direkt eine echte Standortbestimmung. Doch davor ist Lennertz nicht bange, vielmehr hat er schon die Bilder von seinem ersten Kampf vor Augen: „Ich sehe mich hier in Aachen in einer ausverkauften Halle. Die Zuschauer stehen alle hinter mir und pushen mich zum Sieg. Dieses einmalige Gefühl will ich unbedingt wieder spüren.“ Foto: Andreas Steindl Bericht: Lars Brepols
l
l
l
l
l
l